Die richtige Ernährung vor einem Wettkampf

- Nudeln Top und Fette Flop? -

Es ist schon längst kein Geheimnis mehr- nicht nur unter Profisportlern: Ohne eine gesunde Ernährung bringt selbst das beste Training nichts. Aber welcher Nährstoffcocktail ist nötig, um die 60 Billionen Zellen des menschlichen Körpers zu Höchstleistungen zu bringen? Wann müssen Kohlenhydrate, wann Eiweiße und wann Fette geliefert werden?

Die Frage ist komplizierter, als man meint. Denn schon bei den Kohlenhydraten fängt das Chaos an: Es gibt verschiedene Arten von Kohlenhydraten und nicht alle eigenen sich gleich zur Auffüllung der Energiespeicher im Körper. Einfachzucker, wie Traubenzucker, setzen zwar rasend schnell Energie frei, sind aber auch im Nu wieder verpufft und lassen den Insulinspiegel in die Höhe schnellen – machen also hungrig. Zweifachzucker, wie etwa Milchzucker, sind schon ein wenig brauchbarer. Sie müssen vom Körper erst aufgespalten werden. Als besonders geeignet erweisen sich aber Kohlenhydratkomplexe aus Stärke, wie Kartoffeln, Nudeln oder Getreideprodukte. Ihre Zerlegung dauert am längsten. Sie gelangen langsam und beständig ins Blut des Sportlers und versorgen ihn somit über einen langen Zeitraum mit genügend Energie.

Aber wie viele Kohlenhydrate braucht denn nun der Körper? Das hängt von der Sportart ab. Der Stoffwechsel eines Sprinters beschreitet andere Wege als der eines Marathonläufers. Nach bisherigen Erkenntnissen, kann generell festgehalten werden: je länger die Belastung, desto Kohlenhydratreicher sollte die Ernährung sein. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt sowohl Freizeitsportlern und Profisportlern eine ähnliche Menge an Kohlenhydraten. Nämlich zwischen sechs und zehn Gramm Kohlenhydrate pro Kilogramm Körpergewicht. Wer sich an welchem Wert orientiert, hängt von Geschlecht und Sportdisziplin ab. Kraftsportler orientieren sich an dem unteren Bereich, Ausdauersportler vor Wettkämpfen oder sehr intensiven Trainingseinheiten hingegen an dem oberen.

Um bei Wettkämpfen mit Höchstleitungen glänzen zu können, kommt es aber nicht nur auf die Kohlenhydrate an. Hier ist eine ausgewogene Ernährung der Schlüssel zum Erfolg.

Vor einem  Wettkampf sollte die täglichen Nahrungsaufnahme zu 60-70% aus Kohlenhydraten und zu 10-15% aus Eiweißen bestehen. Letztere sind zum Aufbau und der Regeneration des Muskels, der hauptsächlich aus Eiweißen besteht, notwendig. Hier ist besonders auf eine hohe biologische Wertigkeit der Eiweiße zu achten. Je mehr körpereigenes Eiweiß wir aus 100g Nahrungseiweiß aufbauen können, desto höher ist sie. Eier, mageres Rindfleisch (Muskelfleisch) und Fisch haben eine besonders hohe biologische Wertigkeit. Bei Fetten sollte gespart werden. Sie sind schwer verdaulich, belasten den Stoffwechsel und rauben dem Körper Energie für hohe Leistungen. Erlaubt sind ungesättigte Fette wie Fisch, Nüsse oder Olivenöl.

Am Tag vor dem Wettkampf heißt es also die Energiespeicher ordentlich aufzufüllen. Das gelingt am besten mit stärke- und ballaststoffreichen Kohlenhydraten. Zum Beispiel mit Vollkornbrot, Vollkornnudeln oder Naturreis.

 

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Aber wie sieht es am Wettkampftag selbst aus? Sicher ist, wer nüchtern, hungrig und durstig antritt, kann sich gleich wieder schlafen legen. Was aber genau die Mahlzeit zum Erfolg ist, sollte man vorher einfach einmal ausprobieren. Bei Trainingswettkämpfen, kleineren Wettkämpfen oder im Trainingslager- denn hier gibt es große individuelle Unterschiede was, wann und wie viel Essen am Bekömmlichsten ist. Einige generelle Richtlinien sollten am Wettkampftag jedoch beachtet werden: Besonders geeignet sind leicht verdualiche Speisen. Wer seine letzte große Mahlzeit drei bis vier Stunden vor dem Wettkampf zu sich nimmt, geht sicher, dass sich keine zu große Blutansammlung im Magen befindet und so die optimale Durchblutung der Muskeln gefährdet werden würde. . Ratsam ist eine nicht belastende fettarme und möglichst fleischlose Mahlzeit aus reichlich Kohlenhydtatkomplexen. Und auch auf die Menge ist zu achten: Zuviel beeinträchtigt die Leistungsfähigkeit ebenso wie zu wenig. Hier heißt es wieder: einfach ausprobieren. Eine Stunde vor dem Startsignal darf der kleine Hunger noch einmal gestillt werden. Auch da muss der Sportler ausprobieren. Zu empfehlen sind Bananen, Babynahrung oder ein Müsli-Riegel, die den Energiespeicher wieder bis zum Rand füllen. Ist der Wettkampf vorüber, müssen alle Energiedepots wieder aufgetankt werden. Vor allem die Eiweißspeicher. Sie helfen dem Muskel sich zu regenerieren und zu stärken.  Sind sie gefüllt, gilt wie alt bewährt: Nach dem Wettkampf ist vor dem Wettkampf. Und nicht vergessen: trinken, trinken, trinken...

Sabine Fernandez

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